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„Kirche muss ihre Haltung zur Sexualität prüfen“ Sexualaufklärung als Herausforderung / Podiumsgespräch „queer now“ in Wittenberg Vielfalt, Offenheit und Gelassenheit brauche es, damit antidiskriminierende Bildung gelingen könne. Zu diesem Fazit kamen am Nachmittag des 11. August in Wittenberg die Politikwissenschaftlerin Rebecca Pates, Laura Becker, Vorstandmitglied des Bundesverbandes Queere Bildung, und die Theologin Eske Wollrad. Sexualaufklärung als Herausforderung war Thema des Podiums im Rahmen der Themenwoche Familie, Gender und Lebensformen. „Menschen dürfen nicht in Kategorien gepresst werden. Es gibt doch viel mehr als männlich und weiblich“, erläuterte Pates. ‚Frühsexualisierung‘ sei ein politischer Kampfbegriff, der jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehre, so die Professorin, die an der Universität Leipzig lehrt. Antidiskriminierungspädagogik schütze Kinder und Jugendliche – nicht zuletzt vor sexuellen Übergriffen. „Sie werden dadurch sprachfähig und lernen, ihre Grenzen zu benennen und ihre eigene Identität zu entwickeln“, beschrieb Laura Becker ihre Erfahrungen als Bildungsreferentin. Kirche möge antidiskriminierende Pädagogik in Schulen und im kirchlichen Unterricht einsetzen, wünscht sich Eske Wollrad, Geschäftsführerin des Evangelischen Zentrums Frauen und Männer. „Kirche muss ihre Haltung zur Sexualität überprüfen.“ Das sei lange überfällig, wenn man bedenke, dass die jüngste Denkschrift der Evangelischen Kirche zum Thema Sexualität aus dem Jahr 1971 stamme und die vor zwei Jahren geplante neue Denkschrift zur Sexualethik „leider in der Schublade verschwunden sei“, so die promovierte Theologin. Kirche habe eine lange leibfeindliche Tradition, sie müsse überhaupt erst einmal selbst sprachfähig werden in dieser Hinsicht.
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aktuell
Pressemeldung: zum Familiennachzug geflüchteter Menschen mehr
Aufruf zur Bundestagswahl: Das Ev. Zentrum Frauen und Männer ruft auf, die Stimmabgabe vom „Respekt vor der Vielfalt des menschlichen Lebens” tragen zu lassen. Zu Wahlaufruf und Pressemeldung 
Reformationsjubiläum: Das Ev. Zentrum Frauen und Männer führte vom 08.-14. August die Themenwoche “Familie, Lebensformen und Gender” im Rahmen der Weltausstellung in Wittenburg durch. Meldungen und Fotos hier.
„Kirche muss ihre Haltung zur Sexualität prüfen“ Sexualaufklärung als Herausforderung / Podiumsgespräch „queer now“ in Wittenberg Vielfalt, Offenheit und Gelassenheit brauche es, damit antidiskriminierende Bildung gelingen könne. Zu diesem Fazit kamen am Nachmittag des 11. August in Wittenberg die Politikwissenschaftlerin Rebecca Pates, Laura Becker, Vorstandmitglied des Bundesverbandes Queere Bildung, und die Theologin Eske Wollrad. Sexualaufklärung als Herausforderung war Thema des Podiums im Rahmen der Themenwoche Familie, Gender und Lebensformen. „Menschen dürfen nicht in Kategorien gepresst werden. Es gibt doch viel mehr als männlich und weiblich“, erläuterte Pates. ‚Frühsexualisierung‘ sei ein politischer Kampfbegriff, der jeglicher wissenschaftlicher Grundlage entbehre, so die Professorin, die an der Universität Leipzig lehrt. Antidiskriminierungspädagogik schütze Kinder und Jugendliche – nicht zuletzt vor sexuellen Übergriffen. „Sie werden dadurch sprachfähig und lernen, ihre Grenzen zu benennen und ihre eigene Identität zu entwickeln“, beschrieb Laura Becker ihre Erfahrungen als Bildungsreferentin. Kirche möge antidiskriminierende Pädagogik in Schulen und im kirchlichen Unterricht einsetzen, wünscht sich Eske Wollrad, Geschäftsführerin des Evangelischen Zentrums Frauen und Männer. „Kirche muss ihre Haltung zur Sexualität überprüfen.“ Das sei lange überfällig, wenn man bedenke, dass die jüngste Denkschrift der Evangelischen Kirche zum Thema Sexualität aus dem Jahr 1971 stamme und die vor zwei Jahren geplante neue Denkschrift zur Sexualethik „leider in der Schublade verschwunden sei“, so die promovierte Theologin. Kirche habe eine lange leibfeindliche Tradition, sie müsse überhaupt erst einmal selbst sprachfähig werden in dieser Hinsicht.